Beispielszenario 2: Das große, gut eingespielte Team

Situation: Das Team besteht aus 17 Personen, arbeitet schon lange zusammen und versteht sich gut, steht aber ständig im Wandel und muss sich weiterentwickeln, um sich für komplexe zukünftige Aufgaben zu wappnen.

Startsituation: Der Trainer kippt alle Rhythmussteine, Taktplatten und die Sticks in die Mitte, erläutert deren Anwendung sowie die Aufgabe und lässt das Team damit alleine. Spieldauer: 45 Minuten plus Moderation.

Mögliches Erstszenario: Das Team bespricht ausführlich, aber sehr diszipliniert die Möglichkeiten. Man einigt sich auf 2 Körperklänge und teilt sich in 4 Gruppen auf. Einer nimmt die Sticks an sich und gibt einen Grundbeat vor „wie auf der Galeere“. Schnell entsteht ein sehr komplexes Klanggerüst. Es fällt jedoch auf, dass sich viele pudelwohl fühlen, während zwei bis drei Teammitglieder verwirrt sind und nicht mitkommen.

Mögliche Intervention: Der Trainer unterbricht kurz und gibt das Feedback, dass das Team pro-aktiv schon ziemlich weit gekommen ist. Aber sind in dieser Aufgabe gerade wirklich alle mit im Boot? Eine Fragerunde bringt zum Vorschein, dass nicht nur die genannten zwei bis drei, sondern darüber hinaus noch einige mehr mit dem Rhythmus überhaupt nicht zurecht kommen. Das geht ihnen alles zu schnell. Der Trainer fragt, wie man in realen Situationen in Unternehmen mit so einer Situation umgehen würde. Bleiben die „Langsameren“ auf der Strecke? Werden sie weitergebildet? Oder bekommen sie, weil sie z.B. neu im Unternehmen sind, einen Paten an die Hand?

Möglicher weiterer Ablauf: Die Teilnehmer klären unter sich, wer mit der Aufgabe recht gut umgehen kann und wer nicht. Die Sub-Teams werden neu zusammen gestellt, so dass überall erfahrene Spieler höchstens einen bis zwei Schwächere unter ihre Fittiche nehmen. Man findet neue Rhythmen, übt diese gemeinsam ein und zieht in der Einarbeitungsphase die noch unsicheren Spieler mit. Allmählich entsteht ein recht komplexer Rhythmus und so beginnt man, auch Soli-Teile einzubauen. Besonders in einem solchen Solo-Teil fällt plötzlich auf, dass ein vorher unsicherer Spieler mit der Stabilität der Gruppe im Rücken plötzlich ganz verrückte Sachen ausprobiert und so wieder die ganze Gruppe inspiriert...

Auch hier nutzt der Trainer Abmoderation und Schlussrunde, um die Transferleistung von dieser erfahrungsorientierten Spielumgebung in die reale Unternehmenssituation zu sichern.